Lactoseintoleranz
In Deutschland leiden rund 20% der Bevölkerung an einer primären (erblich bedingten) Lactoseintoleranz. Bei einer Einwohnerzahl von 80 Millionen bedeutet dies, dass 16 Millionen Personen von dieser Milchzuckerunverträglichkeit betroffen sind.
Bei Vorliegen einer Lactoseintoleranz wird das Enzym Lactase nicht mehr in ausreichender Menge im Darm gebildet und ein Lactase-Mangel ist die Folge. Je nach Ursache für diesen Rückgang wird zwischen einer primären und sekundären Laktoseintoleranz unterschieden. Im Falle der primären Lactoseintoleranz ist der Rückgang genetisch bedingt und manifestiert sich in einem Alter ab etwa 10 Jahren. Bei der erworbenen sekundären Form ist der Lactasemangel die Folge einer anderen Erkrankung. Durch das Fehlen der Lactase kann die in der Nahrung enthaltene Lactose nicht mehr gespalten werden und gelangt unverdaut in den Dünndarm. Symptome, wie beispielsweise Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Blähungen sind die Folge. Deshalb sollte bei Personen mit dieser Symptomatik, nach Abklärung organischer Ursachen, das Vorliegen einer Lactoseintoleranz in Betracht gezogen und untersucht werden.
Bei herkömmlichen Funktionstests wird die Aktivität der Lactase überprüft. Allerdings ist diese Art der Bestimmung sehr zeitaufwändig und stellt eine große körperliche Belastung für den Patienten dar.
Mit molekulargenetischen Testsystemen hingegen ist eine einfache und schnelle Bestimmung der genetisch bedingten primären Lactoseintoleranz ohne Patientenbelastung möglich.
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