Kosten durch inadäquates MRSA-Management
Mit dem Auftreten von MRSA entsteht neben der medizinischen Belastung auch ein gesundheitsökonomisches Problem, das eine personelle und finanzielle Herausforderung für das Gesundheitssystem darstellt. Bei einer herkömmlichen Diagnostik im Fall eines negativen Kulturergebnisses kostet das Aufnahmescreening etwa 10 Euro, bei positivem Ergebnis durch die erforderliche weitere Differenzierung bis etwa 50 Euro. Durch den Einsatz eines schnellen, PCR-basierten Screenings ergeben sich Kosten von ca. 25 Euro pro Untersuchung (ohne Personalkosten) mit dem Vorteil des negativen Ausschlusses innerhalb von 3-4 Stunden. Allerdings lässt sich durch den schnellen MRSA-Nachweis ein Isolierungstag mit etwa 170-400 Euro, sowie in der Intensivtherapie pro Erkrankung bis zu 10.000 Euro, zusätzlichen Kosten einsparen (Straube et al, Knipp et al). Je länger MRSA-Verdachtsfälle unbestätigt sind, desto mehr Kosten entstehen und desto höher ist die Gefahr der Übertragung von MRSA auf andere Patienten.
Wie auch das Beispiel der Niederlande zeigt, liegen die Kosten für eine frühzeitige Schutzisolierung und Screening jedoch weit unter den Behandlungskosten einschließlich der Zusatzkosten, die im Fall einer nosokomialen Ausbreitung entstehen.
So ermöglicht eine schnelle und effiziente Diagnostik nicht nur die Unterbindung einer MRSA-Übertragung, sondern insbesondere die Vermeidung daraus explodierender Kosten.
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